BIO PLANÈTE

Gespräch mit Judith Faller-Moog, Geschäftsführerin BIO PLANÈTE

Als erste reine Bio-Ölmühle Europas verarbeitet BIO PLANÈTE seit den 80er Jahren Saaten, Nüsse und Kerne zu hochwertigen Ölen. In den verschiedenen Ölen stecken nicht nur viel Erfahrung, Kompetenz und Leidenschaft, sondern auch die Vision von einer besseren Welt. BIO PLANÈTE legt deshalb großen Wert auf vertrauensvolle Partnerschaften mit ökologischen Landwirt*innen vor der eigenen Haustür und international.

„Ich glaube, was uns ausmacht und das, warum wir schon so lange mit dennree zusammenarbeiten, ist, dass wir sehr landwirtschaftsnah sind. Meine Familie war in der Entwicklungshilfe im landwirtschaftlichen Bereich tätig und wir haben versucht, in Südfrankreich in den 80er Jahren Biolandwirtschaft zu machen. Das ist unsere Einflugschneise“, erzählt Judith Faller-Moog, Geschäftsführerin von BIO PLANÈTE.

Die Ölmühle feiert in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum. Vor 40 Jahren gründet Franz J. Moog in der Nähe von Carcassonne den Bio-Hof „Domaine de la Planète“. Nach seinem plötzlichen Tod übernimmt seine damals 21-jährige Tochter den Standort und baut ihn nach und nach zur ersten Bio-Ölmühle Europas aus.

Die Bio-Pionierin beginnt mit der Herstellung von wenigen Ölen: Sonnenblumenöl, Sojaöl und Rapsöl. Damals gab es nur wenige Großhändler, die in der Lage waren, zwei bis drei Paletten Öl aus Südfrankreich zu holen und in deutschen Läden zu verteilen. dennree war einer der ersten Partner, und Judith Faller-Moog schätzt an Thomas Greim, dass er sie damals als Herstellerin bestärkt hat. „In der jungen Bio-Branche waren wir sozusagen ein ‚Start-up‘. Viele existierende Marken haben fertige Produkte wie Öl oder Müsli eingekauft und unter ihrer Marke herausgebracht. Wir waren einer der wenigen Hersteller, die versucht haben, im Markt Fuß zu fassen.“

Seit Anfang der 90er Jahre besteht die Zusammenarbeit mit BIO PLANÈTE und dennree nun schon. Was die beiden Unternehmen eint, ist für Judith Faller-Moog klar: „Geschäftsbeziehungen sind nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Doch wir haben eine gemeinsame Wertebasis, die immer wieder dafür sorgt, dass wir ins Gespräch kommen.“

Die Beweggründe, die Franz J. Moog damals zur Ökolandwirtschaft gebracht haben, liegen nicht nur in der Vollwertkost, sondern sind auch politischer Natur. Schon früher waren Saatgut und Forschung fest in den Händen von wenigen Konzernen, die Landwirt*innen gleich das passende Pflanzenschutzmittel zum Saatgut verkauft haben. In diese Abhängigkeit wollte Franz J. Moog nicht geraten, er schlug einen anderen Weg ein. Seine Tochter prägte er mit der Vision von ökologischer Landwirtschaft, und sie spezialisierte sich auf die Pressung von hochwertigen Ölen. „Wir mussten einen weiten Weg gehen, um Öle wieder in das Bewusstsein von Verbrauchern zu rücken“, erklärt Judith Faller-Moog. „Den Geschmack von Sonnenblumenöl waren Verbraucher gar nicht mehr gewöhnt. Auch Rapsöl gab es damals nur noch in raffinierter Form.“ Um Endkonsument*innen naturbelassene Öle wieder schmackhaft und zugänglich zu machen, stellt sie ihr Sortiment in Töpen vor. Nach einem Besuch des damaligen Einkäufers in der Ölmühle kommt es zu einer Einlistung bei dennree. „Öl herzustellen ist kompliziert genug. Mein Fokus liegt nicht auf der Logistik“, schmunzelt die Bio-Pionierin. „Deshalb arbeiten wir mit dennree zusammen: Wir liefern unser Öl auf Paletten, und dennree macht die Feinverteilung. Das macht auch ökologisch viel mehr Sinn.“

Judith Faller-Moog kennt Thomas Greim nun schon viele Jahre. Er sei ein sehr überlegter Mensch und natürlich zielorientiert, erzählt sie. Was sie immer an ihm geschätzt hat, ist die Zeit, die sich Thomas Greim für einen Spaziergang und ein persönliches Gespräch genommen hat, wenn Judith Faller-Moog in Töpen war. Ein Gesprächsthema findet sich immer: Schließlich engagieren sich beide mit Leidenschaft im Ökolandbau.