Bio ist mehr Wert

Warum Bio kein Luxus ist

Die aktuellen Preissteigerungen lassen selbst überzeugte Bio-Kund*innen ins Grübeln kommen. Der Griff zum konventionellen Produkt scheint für viele die logische Wahl. Denn Bio gilt oft als Luxus und sehr hochpreisig. Dass Bio-Produkte preiswert und ihren Preis wert sind, können viele nicht glauben.
Der Bio-Bereich ist von den jüngsten Preissteigerungen gar nicht im gleichen Maß betroffen, wie konventionelle Produkte. Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) liegt der Preisanstieg bei konventionellen Lebensmitteln im ersten Halbjahr 2022 bei 8 Prozent, bei Bio-Produkten sind es nur durchschnittlich 5,2 Prozent. Das kann bedeuten, dass wir im Biobereich bei manchen Produkten einen gleichen Preis haben oder sogar günstiger sind. Der Blick ins Regal lohnt sich also!

Geringerer Rohstoffeinsatz
Natürlich steigen auch für Biolandwirt*innen die Rohstoffpreise, die sie zur Produktion hochwertiger Bio-Lebensmittel brauchen. Jedoch ist der Einsatz dieser Rohstoffe auf Bio-Betrieben erheblich geringer. Zum Beispiel verzichten Biolandwirt*innen auf künstliche Mineraldünger und chemisch-synthetische Pestizide. Diese benötigen viel Energie in der Herstellung und sind aufgrund der Energiekrise deswegen aktuell sehr teuer. Der höhere Preis dieses Rohstoffs wird dann auf den Preis des konventionellen Produktes aufgeschlagen. Im Ökolandbau setzen Landwirt*innen auf alternative Anbaumethoden und sind deshalb unabhängiger von fossilen Grundstoffen. Die Kreislaufwirtschaft, auf die sich der Bio-Gedanke stützt, trägt zusätzlich dazu bei, dass Biolandwirt*innen selbstständiger wirtschaften können. Der organische Dünger stammt vom eigenen Betrieb und auch das Futter wird – soweit möglich – selbst angebaut oder stammt aus der Region. Der Anteil der Futterimporte ist also sehr gering, was sich wiederum positiv auf die Preise auswirkt.

Wahre Kosten
Abgesehen von den steigenden Energiepreisen und dem daraus entstehenden Preisunterschied ist Bio aber schon immer günstiger – wenn wir uns die wahren Kosten genauer ansehen. Vor drei Jahren hat die Boston Consulting Group in einer Studie untermauert, dass die konventionelle Landwirtschaft in Deutschland Umweltschäden von etwa 90 Milliarden Euro verursacht. Diese Kosten spiegeln sich aber nicht in den Preisen der Lebensmittel wider. Sie werden lediglich von der Allgemeinheit über Steuern getragen. Das sogenannte True Cost Accounting verfolgt den Ansatz, die Umweltschäden auch bei dem Lebensmittelpreisen einzurechnen – dann stünden die konventionellen Produkte nämlich um einiges teurer im Regal und der Griff zum Bio-Produkt fiele vielen leichter. Von dieser Kostengestaltung sind wir leider noch weit entfernt. Global gesehen entsteht ein Viertel des Kohlendioxids in der Landwirtschaft. Ein Viertel von diesem Anteil ist wiederum auf Kunstdünger zurückzuführen, der die Böden ausbeutet und die Reinheit des Grundwassers in Gefahr bringt.

Gemeinsam viel bewegen
Wir sind uns sicher, dass nur der Ökolandbau eine Zukunft haben wird – ohne Kunstdünger und chemisch-synthetische Pestizide. Deshalb setzen wir uns dafür ein. Durch Ihren Einkauf sorgen Sie dafür, dass jedes Jahr viele Hektar Land auf ökologischen Anbau umgestellt und dauerhaft von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln befreit werden. Das kommt Tieren, Umwelt und Menschen zugute, es sichert eine Zukunft für die Artenvielfalt der Kulturlandschaften. Das heißt, Sie als Kund*innen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, zu schützen, was überlebenswichtig ist: Klima, Umwelt, Mitgeschöpfe, Ressourcen und Vielfalt. Egal, was Sie bei uns kaufen. Unser Ziel als BioMarkt Verbund ist es, dass sich alle Bio-Lebensmittel leisten können.

Zweite Chance für Brotreste