Wo die Milch herkommt

Melken auf dem Hofgut Eichigt

Vom Stall über das Außenmelkkarussel bis in die Packung – oft ist uns der Weg unserer Milch und Milchprodukte gar nicht bewusst. Wir haben deshalb beim Melken auf dem Hofgut Eichigt genauer hingeschaut.

Auf dem Hofgut Eichigt verschlägt es uns erst einmal in den Stall. Da Kühe richtige Gewohnheitstiere sind, werden sie zweimal am Tag immer zur gleichen Zeit gemolken. Dabei geht es schon früh los. Die Tagschicht melkt von 6 bis etwa 13 Uhr. 12 Stunden später, also um 18 Uhr, startet dann die Nachtschicht. Die Kühe brauchen den regelmäßigen Rhythmus und warten oft schon am Tor, wenn sie zum Melken geholt werden. Jede Herde extra, also rund hundert Tiere, damit sich die Gruppen nicht vermischen und keine Rangkämpfe entstehen.

Die Kühe vom Hofgut werden in einem sogenannten Außenmelkkarussell gemolken. Außenmelkkarussell heißt es deswegen, weil die Melker*innen außen und nicht im Inneren des Karussells stehen. Die Kühe werden zuerst aus ihren Ställen abgeholt und gehen dann in den Warteraum vor dem Karussell. Dort laufen sie selbstständig und der Reihe nach auf das sich langsam drehende Karussell, fahren eine Runde und steigen wieder aus. Das dauert alles in allem rund 20 Minuten. Die Kühe sind die Rundfahrt gewöhnt.

Vormelken und Euterreinigung

Vor dem eigentlichen Melken wird die Kuh „angerüstet“. Das bedeutet Vormelken und Reinigen des Euters. Beim Vormelken mit der Hand wir die Milch jeder Zitze kontrolliert. Nur wenn die Milch im Vormelkbecher klar und weiß aussieht, kann die Milch verkauft werden. Danach wird das Euter gesäubert. Mit einem feuchten Tuch werden alle vier Zitzen äußerlich gereinigt.

Melkzeug im Einsatz

Anschließend kann das Melkzeug angesetzt werden. In den Melkbechern, die an die vier Zitzen angebracht werden, befinden sich sogenannte Zitzengummis. Diese arbeiten im Takt und saugen durch Unterdruck die Milch an. Dabei wechseln sich Druck- und Entspannungsphasen ab. Im Sammelstück des Melkzeugs läuft die Milch aus den Melkbechern zusammen und über einen Schlauch in das Innere des Karussells.

Reinigung und Euterpflege

Die Abnahme des Melkzeugs macht die Melkanlage ganz automatisch, wenn keine Milch mehr kommt. Danach wird das Melkzeug automatisch gereinigt und die Zitzen gedippt, mit einem sogenannten Pflege- bzw. Dippmittel. Dadurch verschließt sich der Strichkanal und potenzielle Keime können nicht ins Euter gelangen. Deshalb ist es auch gut, wenn die Kühe nach dem Melken fressen und sich nicht gleich hinlegen. Bis der Kanal zu ist, dauert es rund 30 Minuten.

Im Milchhaus läuft die Milch dann zusammen, wird gefiltert, gekühlt und in großen Rohmilchtanks gelagert, bis sie kurz darauf in der eigenen Bio-Hofmolkerei weiterverarbeitet wird.

Kuhgebundene Kälberaufzucht

Auf dem Hofgut Eichigt trinkt jedes einzelne Kalb direkt vom Euter. Sie werden kuhgebunden in einer artgemäßen Herde aufgezogen. Eine Kuh kümmert sich dabei um mehrere Kälber und versorgt sie direkt mit frischer Milch. Das Kälbchen erzeugt durch sein Saugen einen ähnlichen Unterdruck wie das Melkzeug. Nur trinkt das Kälbchen häufiger als zwei Mal am Tag, nämlich immer wieder in kleineren Portionen. Am Anfang müssen die Kälber das Trinken erst lernen. Die Mitarbeiter*innen auf dem Hofgut haben die Tiere deshalb immer im Blick und helfen ihnen regelmäßig, das Euter zu finden, wenn es Startschwierigkeiten gibt. Die meisten Kälbchen lernen aber sehr schnell und brauchen bald keine Hilfe mehr.