Wein des Monats Februar
Fattoria di Vico Chianti
- Toskana, Italien
- Süßkirschen, Cranberries, Zimtrinde
- frisch, fein, appetitanregend
- Pasta mit Tomatenvarianten, Pizza Margherita, Schweinelendchen
0,75 l (1 l = 9,32)
Unser Wein des Monats kommt diesmal aus dem sonnigen Italien, genauer gesagt aus der Toskana auf halbem Weg zwischen Florenz und Siena. Der Chianti der Fattoria di Vico ist ein Rotwein, wie er italienischer nicht sein könnte. Sangiovese heißt die Rebsorte, und sie zeichnet sich durch eine feine Kirschfrucht aus sowie eine leicht gerbige Kräuterigkeit. Ideal für die Küche! Kein Wunder also, dass ein roter Chianti der perfekte Begleiter ist für tomatenlastige Gerichte wie Pizza Margherita, für Pasta-Variationen (besonders gut: Pici, die dicken Spaghetti aus Siena) und für alles mit Auberginen, Oliven und Knoblauch. Fleisch mag der Chianti allerdings auch, Schweinelendchen à la milanese zum Beispiel oder ein knuspriges Brathähnchen. Mit diesem Toskaner werden alle glücklich - versprochen.
Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen. Alle Preise in Euro. Druckfehler und Irrtümer vorbehalten. Nur solange der Vorrat reicht.
Es war einmal vor langer Zeit, da gab es einen Operetten-Schlager mit folgendem Refrain: »Ja, ja, der Chianti-Wein, der lädt uns alle ein!« Wenn ich meine Lieben besonders nerven möchte, stimme ich dieses Lied lautstark an. Eigentlich klingt es ganz schön, und es war auch bei den ersten Italien-Touristen sehr beliebt, aber genau darin liegt das Problem. Chianti, in der damaligen Zeit gern in einer bastumhüllten Flasche angeboten, galt schlicht als altmodisch. Zum Glück (und zu Recht natürlich) hat sich das mittlerweile wieder ein bisschen geändert. Unser Wein des Monats Februar zeigt dann auch, weshalb wir alle unbedingt einen Chianti probieren sollten
Was ist ein Chianti überhaupt?
Der Name Chianti stammt wahrscheinlich von einer etruskischen Familie, die in der heutigen Toskana lebte. Es handelt sich um eine uralte Weinregion, denn in der weiteren Umgebung der Stadt Florenz wurde sogar schon vor der Römerzeit Wein hergestellt. Die Bezeichnung »Chianti« für einen solchen Wein wurde allerdings erst im Jahr 1398 in einem Geschäftsbrief nachgewiesen.
War der Chianti im Mittelalter noch hauptsächlich ein Weißwein, trägt heute nur noch Rotwein den Namen Chianti. Die wichtigste Rebsorte beim Chianti heißt Sangiovese. Man darf zwar auch kleinere Anteile anderer lokaler Rebsorten und sogar die ehemals französischen Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot benutzen, aber der fertige Wein muss zu mindestens 80% aus Sangiovese bestehen, um das Chianti-Siegel tragen zu dürfen.
Weshalb der Chianti diese große Berühmtheit erlangt hat, liegt natürlich nicht nur an seiner Tradition oder seiner Rebsortenzusammensetzung. Städte wie Florenz, Pisa, Lucca, Siena oder San Gimignano befinden sich nämlich mitten im Anbaugebiet - sprich die größten Touristenziele, die man sich vorstellen kann. Genau von da stammt auch unser Wein des Monats. Die Fattoria di Vico befindet sich im Dorf Vico d'Elsa auf halber Strecke zwischen Florenz und Siena. Vor vielen Jahren war ich mit meinem besten Freund auf Interrail in der Toskana unterwegs. Natürlich in der Hochsaison, wo alles aus den Nähten platzt. Allerdings mussten wir zugeben, dass es in der Toskana einfach wunderschön ist. Die mittelalterlichen Städte mit ihren historischen Gebäuden, die Cafés und Pizzerien auf den Plätzen, die hügelreiche Landschaft, in der Wein und Oliven wachsen. Einen Chianti zu trinken, das bedeutet für mich seitdem das Italienischste, was man sich vorstellen kann.
So schmeckt unser Wein des Monats Februar
Kaum habe ich unseren Wein des Monats ins Glas gegossen, entströmt ihm schon ein sehr attraktiver Duft nach Cranberries, Süßkirschen und Zimtstange. Das wirkt ausgesprochen lecker. Beim ersten Schluck merke ich, dass der Chianti wegen seiner Frische noch ganz leicht perlt. Für italienische Speisen ist so etwas oft ideal. Wer es ganz still mag, sollte einfach den Wein entkorken, ein kleines Gläschen probieren, den Kork wieder drauftun und alles bei Küchentemperatur zwei Tage stehen lassen. So etwas funktioniert tatsächlich (wurde von einem französischen Fachmagazin systematisch getestet) und harmonisiert junge Rotweine enorm. Ansonsten gibt es bei unserem Chianti genau das, was man sich erhofft: eine feinsaftige Süßkirschenfrucht, ausgewogene Säure und leichte Gerbstoffe, die zu einer Speisenbegleitung einladen.
Das passt zum Chianti Fattoria di Vico
Die Toskana als Heimat unseres Wein des Monats ist ja nicht gerade für schlechtes Essen bekannt. Und gemäß einer uralten Weisheit harmonieren Speisen und Weine derselben Region besonders gut, weil sie sich oft gemeinsam entwickelt haben. Eine der beliebtesten Zutaten der italienischen Küche ist die Tomate. Tomaten mit ihrer reichlichen Säure gelten allerdings als kompliziert bei der Weinbegleitung. Nicht so bei unserem Chianti! Mit seiner frischen, fast ein bisschen transparenten Frucht, seiner Kirschnote und der nicht zu kräftigen Säure ist das ein idealer Partner.
Mit dieser Erkenntnis haben wir das Tor zum großen italienischen Rundumschlag aufgestoßen. Pizza Margherita - perfekt! Ragout mit Tomaten, Auberginen und Oliven - darauf haben wir gewartet! Lokale Pasta wie die Pici, eine Art dickere Spaghetti mit rauer Oberfläche - gemeinsam werden sie noch stärker! Nun kann man das Ganze mit dem roten Chiantiwein vollkommen vegetarisch, gar vegan gestalten, ohne dass sich irgendeine aromatische Mangelerscheinung auftun würde. (Ein bisschen Mut zum Knoblauch bewährt sich übrigens sehr.) Wer möchte, kann allerdings auch die lokal sehr beliebten Schweinelendchen reichen oder Hähnchen à la milanese mit (natürlich) Tomaten, Pasta und Parmesan.
Übrigens muss ich zugeben, dass ich für praktisch alle italienischen Tomatengerichte keine frischen Tomaten verwende, sondern eingedoste Tomatenprodukte. Die findet ihr in eurem Biomarkt in großer Anzahl und zu einem sehr feinen Preis - egal ob passiert, in Stückchen oder geschält. Richtig reife frische Tomaten gibt es nämlich nur im Sommer, und das am besten vor Ort - sicherlich auch auf der Fattoria di Vico. Ich finde, eine gute Gelegenheit, schon einmal schwelgerische Pläne zu schmieden...