Wein des Monats
Montmija Syrah Rosé
- Languedoc, Frankreich
- Cavaillon-Melone, Weinbergpfirsich, weißer Pfeffer
- würzig, geschmeidig, Fusion-affin
- Passt zu Artischocken-Tomaten-Ragout, koreanischer Schweinebauch, Tamales
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Unser Wein des Monats August stammt aus Südfrankreich, genauer gesagt aus dem Languedoc auf halbem Weg nach Barcelona. Claude Vialade, die Grande Dame des Bioweins, hat für den Montmija Rosé einzig Trauben aus der roten Rebsorte Syrah genommen. Auch wenn der Montmija zartest gefärbt daherkommt, besitzt er doch einiges an pfeffrig-würzigen und pfirsichfruchtigen Elementen. Ein Wein, der nicht nur on the rocks zum Sonnenuntergang funktioniert, sondern vor allem zu einer buntest möglichen Küche passt. Klassisch südfranzösisch kann man Ratatouille reichen mit Tomaten, Auberginen, Zucchini. Aber auch rauchige Elemente wie beim gegrillten Schweinebauch auf koreanische Art ergänzt unser Wein des Monats vorzüglich. Schließlich sei ein kleines mexikanisches Element empfohlen: Warum nicht mal Tamales oder Burritos zum Rosé?
Wein des Monats August - Montmija Syrah Rosé
Rosé und Frankreich - das passt zusammen wie Deckel und Topf, wie Stecker und Steckdose, wie Sonne und Wonne. Zwar ist der Rosé ganz sicher nicht explizit in Frankreich erfunden worden, weil bereits die Römer mehr oder weniger absichtlich einen sehr hellen Rotwein hergestellt haben. Aber die Französinnen und Franzosen haben sehr viel dafür getan, dass dieser Weintyp im vergangenen Jahrhundert stets beliebter wurde. Einen gewissen Anteil daran hatte auch Claude Vialade, die Chefin der Domaines Auriol, deren Montmija Rosé aus der Rebsorte Syrah unser Wein des Monats August ist.
Wie entsteht überhaupt ein Rosé
Ich habe das dunkle Gefühl, dass ich über die Roséherstellung schon einmal geschrieben hatte. Weil das aber mindestens ein Jahr her ist und es sich tatsächlich um eine ganz spannende Sache handelt (nicht nur zum Klugscheißen - aber auch), mache ich es hier kurz noch einmal.
Fangen wir damit an, dass sich die roten Farbpigmente bis auf winzige Ausnahmen nicht im Saft der Beeren befinden, sondern ausschließlich in der Schale. Die Farbe eines Roséweins kann deshalb dadurch gesteuert werden, dass die Winzerin entscheidet, wie lange sie die Traubenschalen mit dem Saft zusammen lässt. Hierbei gibt es wiederum zwei wichtige und sehr unterschiedliche Möglichkeiten.
Das eine nennt sich »Saignée-Verfahren«, leicht martialisch vom »Ausbluten« (saigner auf Französisch) der Beeren. Gebe ich die roten Beeren alle zusammen in ein Behältnis, sorgt die Schwerkraft dafür, dass es zu einer ganz leichten Pressung kommt. Was unten aus dem Behältnis herausläuft, nennt man Vorlaufmost, und daraus wird beim Saignée-Verfahren der Rosé gemacht. Übrig bleiben die nun etwas weniger saftigen und mehr von der Schale geprägten Beeren, aus denen man - Rotwein herstellt. Eine Art Zweitnutzungsverfahren also.
Bei unserem Wein des Monats wurde jedoch das andere Verfahren angewendet. Es heißt »Direktpressung«, und dabei werden alle Beeren nach maximal zwei Stunden zusammen gepresst. Der Saft hat sich bis dahin ganz zart rosa gefärbt. Anders als beim Saignée-Verfahren ist die Direktpressung also kein Durchgangsstadium, sondern die Trauben wurden von vornherein so angebaut und geerntet, dass sie alle nur für den Rosé gedacht waren. Fans gibt es für beide Verfahren, aber die Direktpressung ist wegen der größeren Präzision und der helleren Farbe mittlerweile deutlich verbreiteter.
Rebsorte und Herkunft unseres Weins des Monats August
Die Domaines Auriol, von denen unser Wein des Monats stammt, sind ein alteingesessener und wichtiger Betrieb im südfranzösischen Languedoc. Das ist nicht etwa in der Provence, sondern auf halbem Weg nach Barcelona, ein paar Kilometer im Hinterland der Mittelmeerstrände. Die Rebsorte Syrah stammt ebenfalls aus Frankreich. Aus ihr werden im Rhônetal ausgesprochen wert- und kraftvolle Rotweine bereitet. Aber für Rosé eignet sie sich auch sehr gut. Fehlt nur noch die Frage, wie unser Wein des Monats schmeckt, und was am besten dazu passt.
Wie schmeckt der Montmija Syrah Rosé?
Der Montmija-Rosé besitzt eine extrem zarte Rosatönung, als hätte man mit nur einem Pinselstrich ein wenig Blush aufgetragen. Interessanterweise setzt sich diese fast kühl wirkende Erscheinung in Nase und Mund nicht fort. Da zeigt der Montmija nämlich, dass er ein Kind des Mittelmeers ist. Beim Hineinschnuppern in den Wein spüre ich viel Frucht, ich denke an Cavaillon-Melone und an weißen Weinbergspfirsich. Durchaus Kraft gibt es dann auch im Mund, eine feine Würze und einen wunderbarer Schmelz. Wenn das nicht mal ein großartiger Speisenwein ist!
Klassischerweise werden bei einem solch typisch südfranzösischen Rosé Gerichte wie Bouillabaisse vorgeschlagen, wie gegrillte Rotbarbe auf Artischocken-Tomaten-Ragout, wie Pizza mit Sardellen. Und ja, das funktioniert alles sehr gut. Aber ich habe das Gefühl, durch den Schmelz und die weiche Frucht gehen auch noch andere Dinge. Also werden sie ausprobiert.
Koreanisch inspirierte Gerichte mit einer leichten Schärfe (ihr kennt vielleicht die allgegenwärtige Gochujang-Tönung) passen nämlich wirklich ausgezeichnet. Fleischessern sei gegrillter Schweinebauch mit entsprechenden Beilagen empfohlen. Das hat mich auf die Idee gebracht, ein paar Anregungen vom legendären Kogi Truck zu holen, der in Los Angeles unterwegs ist. Dort werden koreanische und mexikanische Einflüsse miteinander kombiniert. Wie wäre es zum Beispiel mit Korean BBQ Tacos? Oder Kimchi Quesadillas? Oder gleich Tamales mit Koriander?