Wein des Monats

Weissburgunder-Rivaner

  • mit Aromen von weißem Pfirsich, Birne und Quitte
  • fein-fruchtig mit zarter Säure
  • vegan

0,75 l (1 l = 5,99)

Gültig vom 01.05. bis 31.05.2022


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Weißburgunder-Rivaner Pfalz

Jetzt ist der Frühling aber wirklich da, nachdem es ja im April noch einmal kräftig geschneit hatte. Für die Winzer*innen sind Wetterkapriolen sozusagen täglich Brot, schließlich wachsen die Reben nicht im Labor. 2018 war beispielsweise in Deutschland so heiß und trocken, dass es die früheste Ernte jemals gab - und die Weine auch anders schmeckten als sonst. 2021 hingegen hatte einen feuchtwarmen Frühsommer zu bieten, in dem nicht etwa die Trauben, sondern vor allem die Pilzkrankheiten wunderbar gediehen. Und deshalb gibt es jetzt Rivaner.

Der Pfälzer Rivaner und der Regen

Wie, was hat denn die feuchte Witterung mit dem Rivaner zu tun? Nun, ganz einfach. Normalerweise besteht der schöne Frühlingswein, unser Wein des Monats Mai, komplett aus der Rebsorte Weißburgunder. Normalerweise heißt, in anderen Jahrgängen als 2021. Letztes Jahr nämlich hatten Regenfälle und Pilzkrankheiten in der Pfalz den Ertrag erheblich reduziert. Vor allem bei Bio-Winzer*innen, die ja keine chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verwenden dürfen. Deshalb war am Ende der Saison nicht mehr genügend Weißburgunder vorhanden, um den Wein reinsortig abzufüllen. Also entschloss man sich, den Rest mit Rivaner zu ergänzen. So eine Cuvée, wie man die gemeinsame Verwendung mehrerer Rebsorten nennt, ist zum Beispiel in Bordeaux oder an der Rhône absolut üblich und bringt sogar die am besten komponierten Weine hervor. Bei uns ist es hingegen eher eine Ausnahme.

Wem der Name Rivaner nichts sagt, es handelt sich um ein Synonym des Müller-Thurgau. Müller-Thurgau deshalb, weil der Züchter der Rebsorte ein Herr Müller aus dem schweizerischen Thurgau war. Und Rivaner deshalb, weil man lange Zeit dachte, die beiden Kreuzungspartner seien Ri-esling und Sil-vaner gewesen (in Wirklichkeit waren es Riesling und Madeleine Royale). Rivaner ist übrigens eine sogenannte Neuzüchtung, obwohl Herr Müller seine Arbeit bereits im Jahr 1882 erledigte. So etwas gibt es vielleicht nur beim Weinbau mit seiner uralten Tradition, dass eine 140 Jahre alte Sorte als neu gilt.

Brot und Butter

Rivaner oder Müller-Thurgau hat im deutschen Weinbau den Ruf, vornehmlich für Brot-und-Butter-Weine verantwortlich zu sein. Was ein bisschen abwertend gemeint ist, weil eben nicht edel, klingt für mich ehrlich gesagt alles andere als unattraktiv. Zum einen sind Brot und Butter lebenswichtige Elemente unserer Nahrung. Zum anderen verspricht der Rivaner damit, eines auf keinen Fall zu sein: anstrengend.

Und so ist es dann auch. Der traumhaft vielfältige, im letzten Jahr leicht verregnete Rebgarten der Pfalz hat dabei geholfen, aus der Not eine Tugend zu machen. Der Weißburgunder als Rebsorte bringt die Kraft mit, die Noten von Mandel und sogar ein bisschen Weinbergpfirsich. Der Rivaner hingegen besitzt eine schöne Leichtigkeit und Frische und sorgt für einen kräuterigen Touch. Geschmacklich ist das eine äußerst harmonische Angelegenheit und wieder einmal der Beweis dafür, dass ein Zusammenspiel mehr sein kann als die Summe der einzelnen Teile.

Was mache ich mit dem Weißburgunder-Rivaner?

Die Pfalz ist seit Jahrhunderten berühmt für ihre Weine. Aber egal, ob man das wertvollste Große Gewächs oder einen kleinen Gutswein nimmt, zwei Dinge einen fast alle Pfälzer Weine: ihre Saftigkeit und ihre Speisenaffinität.

Abfüller Peter Mertes hat gleich zwei Tipps für die passende Begleitung parat: gut gekühlt zu weißem Spargel mit Sauce Hollandaise oder zu grünem Spargel mit Speck. Das kann ich mir in der Tat sehr gut vorstellen, habe aber selbst zwei andere Dinge ausprobiert: Quiche und Spinat-Pizza. Erstere hat mit ihrer feinen Sahnigkeit hervorragend zum Weißburgunder-Anteil gepasst, zweitere (aus der BioMarkt-Kühltruhe, ich gebe es zu) bringt den grünlich-frischen Charakter des Weins stärker zum Vorschein. Mein Fazit: Wie man's macht, macht man's richtig. Das ist doch auch einmal eine schöne Erkenntnis.

Über den Autor Matthias Neske

Von Rebsorten hatte ich bis zum Abitur noch nichts gehört. Das änderte sich ein paar Jahre später schlagartig, als ich meine Diplomarbeit in Südfrankreich schrieb, genauer gesagt im Städtchen Carpentras unweit des Mont Ventoux. Hier redeten die Menschen ständig über Essen und Trinken, und so kam es, dass ich immer mehr Begeisterung für die uralte Weinkultur entwickelte.

Alles hat eine Bedeutung für den Wein: die Böden, das Klima, die Rebsorten, die Kunst des An- und Ausbaus, eine gleichzeitig verwirrende wie faszinierende Welt, ein Bindeglied zwischen Natur und Kultur. Als ich die kletternden Ranken für mich ein wenig entworren hatte, startete ich im Jahr 2010 mit meinem Blog. Seitdem bin ich leidenschaftlich dabei, anderen Menschen Geschichten über Wein zu erzählen.

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