Artenvielfalt bei BioMarkt

Ob Haferflocken, Milch, Äpfel oder Seife - egal, was Sie bei uns kaufen, Sie unterstützen damit den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt.

Hummeln bestäuben Pflanzen, Vögel fressen Schädlinge und Sorten aus Ökozüchtung trotzen dem Klimawandel.

In der Natur sind alle Lebewesen in einen Kreislauf eingebunden. Die ökologische Landwirtschaft, aus der all unsere Produkte stammen, berücksichtigt das.

Wie in jedem Kreislauf gibt es Abhängigkeiten. Sie zu erhalten, ist wichtig, damit das System „rund“ läuft. Wenn der Hafer für die Haferflocken auf dem Feld ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auskommt, gedeiht auch die Vielfalt von Insekten. Sie bestäuben Blütenpflanzen: Erdbeeren, Apfel, Raps oder Gurken tragen dann Früchte. Das ist gut für uns. Hummeln, Wildbienen und Fliegenarten sind dabei ebenso wichtig wie das am häufigsten vorkommende Nutztier – die Honigbiene.

Sie sehen: Unsere Haferflocken schützen Hummeln und andere Insekten. Ebenso wie Pasta oder Erdnussbutter aus dem BioMarkt.

Lass mit Milch Kornblumen blühen
Bring mit Haferflocken Hummeln zum Brummen
Lass mit Äpfeln Vögel zwitschern
Bring mit Seife seltene Sorten zum Keimen

Ökologisch-bewirtschaftete Felder erkennen Sie leicht an ihrer Artenvielfalt. Verschiedene Pflanzenarten sind auf Bioäckern natürlicherweise vorhanden, da sie nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bearbeitet werden.

Ökolandwirt*innen schätzen und respektieren die Kreisläufe in der Natur. Deshalb sprechen sie auch nicht von Unkraut auf ihrem Acker, sondern von Beikraut. Und das regulieren sie rein mechanisch. Mit Striegel oder Hacke werden Beikräuter in Zaum gehalten, aber nicht vernichtet. So können Kulturpflanzen wie Weizen oder Erbsen wachsen, aber auch andere Pflanzen finden ihren Platz und tragen zur Biodiversität bei. Die Insekten freuen sich auf jeden Fall über die blühenden Futterquellen.

Auf ökologisch bewirtschafteten Wiesen findet sich meist eine höhere Artenvielfalt bei den Gräsern und Kräutern.

Beikraut bleibt Beikraut

„Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst.“ Diese Gärtnerweisheit ist auch auf den Acker übertragbar. Ökologische Landwirt*innen setzen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ein. Das bedeutet, dass die Kräuter und Gräser, die nicht auf dem Feld angebaut wurden, mit Anbaugeräten für den Traktor mechanisch eingedämmt werden. Peter Stuckert, Leitung des Feldbaus auf dem Hofgut Eichigt, zeigt uns, wie das Striegeln in der Praxis aussieht.

Striegeln im Ökolandbau

Wildkräuter sammeln leicht gemacht

Löwenzahn, Giersch, Labkraut und Brennnessel, im Wald und auf ökologisch bewirtschafteten Flächen finden sich jede Menge wertvolle Wildkräuter. Unsere heimischen Superfoods schmecken in Salaten, Smoothies und als Tee. Sie haben sich bisher noch nicht getraut, Wildkräuter zu sammeln? Kräuterexpertin Gabriele Bräutigam teilt zehn goldene Regeln, die Ihnen beim Kräutersammeln helfen.

10 Goldene Regeln

Vielen Gerichten können Sie mit essbaren Blüten den letzten Schliff verleihen.

Lavendelblüten sorgen für eine besondere Würze im Ratatouille. Die getrockneten Blüten von Kornblumen, Veilchen und Ringelblume lassen sich zu einer sommerlichen Kräuterbutter verarbeiten.

Köstliche Farbtupfer im Salat sind Tagetes, Kapuzinerkresse und Nelken.

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, essbare Blüten schmecken auch köstlich in Smoothies.

Schmetterlinge, Käfer und Bienen sind auf Blüten und vielfältige Futterquellen angewiesen, um zu Überleben. Während die Insekten an Blüten trinken, bleiben Pollen an ihren Körpern haften, mit denen sie die nächste Blüte beim Anflug bestäuben.

Je mehr Pflanzenarten ein Feld, eine Wiese oder ein Acker bietet, desto mehr Insekten werden angelockt. Denn nicht jedes Insekt findet an jeder Blüte eine Futterquelle. So freuen sich Honig- und Wildbienen mit ihren kurzen Rüsseln zum Beispiel über Obstblüten wie Kirschen und Erdbeeren, während Schmetterlinge vorwiegend Blüten anfliegen, deren Nektar im Inneren verborgen liegt.

Wichtige Nützlinge

Ökologisch-bewirtschaftete Felder sind wahre Futtermeere für Insekten und deshalb gut besucht. Für Bio-Landwirt*innen gern gesehene Gäste! Zum einen bestäuben Insekten auch die Kulturpflanzen, wie Weizen oder Hafer, zum anderen fressen sie und ihre Larven Schädlinge, wie Blattläuse und Spinnmilben.

Die Larven der Florfliege sind sogar als „Blattlauslöwen“ bekannt, denn im Larvenstadium verspeisen sie mehrere hundert Läuse. Auch der Speiseplan eines Marienkäfers und seiner Larven kann sich sehen lassen: bis zu 50 Läuse schaffen sie an einem einzigen Tag.

Quellen: https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/bio-fuer-die-umwelt/vielfalt/mehr-vielfalt-mehr-nuetzlinge/, https://www.oekolandbau.de/bildung-und-beratung/lehrmaterialien/allgemein-bildende-schulen/wissen/biolandwirtschaft/biopflanzenbau/nuetzlinge/florfliegen/, https://www.oekolandbau.de/bildung-und-beratung/lehrmaterialien/allgemein-bildende-schulen/wissen/biolandwirtschaft/biopflanzenbau/nuetzlinge/marienkaefer/

Lebensraum für Nützlinge

Um Nützlinge anzulocken, schaffen Bio-Landwirt*innen mit Hecken, Büschen, verschiedenen Anbaukulturen und Blühflächen Lebensraum für Insekten und Bodenbrüter.

Auf unserem Hofgut Eichigt haben wir Anfang Mai eine Blühfläche von rund fünf Hektar angelegt. In der Blühmischung sind zum Beispiel Ringelblumen, Malven, Lupinen, Sonnenblumen und Alexandrinerklee enthalten. Das sind alles Kulturen, die blühen und Nahrung für Schmetterlinge, Bienen und Co. bieten.

Auch wenn ihr Name etwas anderes vermuten lässt, wimmeln Totholzhaufen nur so vor Leben. In den Haufen aus abgestorbenen Ästen und Zweigen fühlen sich Käfer, Würmer, Raupen und auch Igel wohl. Auf unserem Hofgut Eichigt bieten wir so zusätzlichen Lebensraum für allerhand Krabbeltiere.

Insektenhotel selbst gemacht

Insektenhotels bieten verschiedenen Insektenarten einen Platz zum Nisten und Überwintern. Wildbienen legen ihre Eier vorzugsweise in markhaltigen Pflanzenstängeln oder abgestorbenen Holzstämmen ab. Ist eine Ecke des Hotels mit Kiefern- und Tannenzapfen gefüllt, ziehen über den Winter Marienkäfer ein. Florfliegen machen es sich in Stroh oder Holzwolle gemütlich. Eine Nisthilfe ist schnell gebaut und wichtig, denn die Möglichkeiten zum Überwintern und Eier ablegen werden für Insekten immer rarer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein Insektenhotel für Ihren Garten oder Balkon bauen können.

Zur Anleitung

Workshop Benjes-Hecke

Schon kleine Hecken schaffen Rückzugsmöglichkeiten für Eidechsen, Schmetterlinge und Co. In unserem Workshop am 7. Juli um 17 Uhr erfahren Sie mehr über diesen Lebensraum und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wir geben Ihnen am Beispiel der Benjes-Hecke praktische Tipps, wie Sie eine naturnahe Hecke ohne großen Aufwand oder Kosten selbst errichten können. Wir freuen uns auf das gemeinsame Heckenbauen!

Zum Live-Workshop

Unsere Ernährung wird durch sie erst abwechslungsreich: die Vielfalt von Obst, Gemüse und Getreide in all ihren Formen, Farben, Geschmacksausprägungen. Entstanden ist diese große genetische Vielfalt jedoch nicht von allein. Sie ist das Ergebnis planvoller Züchtung von Nutz- und Kulturpflanzen der letzten Jahrhunderte.

Durch die Konzentration auf Hochleistungssorten, die mit Hilfe von Mineraldünger und chemisch-synthetischen Pestiziden nahezu weltweit angebaut werden können, ist dieser Sortenreichtum erheblich geschrumpft. Dabei brauchen wir genau diesen Reichtum, aus dem auch noch nachfolgende Generationen schöpfen können, um starke und widerstandsfähige Sorten zu erhalten.

Die ökologische Landwirtschaft geht sorgsam mit Ressourcen, Saat und Pflanze um. In der Ökopflanzenzüchtung werden die Zelle und das Genom als unteilbare funktionelle Einheit respektiert. Gentechnik wird deshalb komplett ausgeschlossen.

Die ökologische Pflanzenzüchtung setzt auf nachbaufähiges Saatgut. So bleiben Landwirt*innen unabhängig von großen Saatgutkonzernen und können ihr Saatgut selbst vermehren.

Engagierte Ökozüchter*innen erhalten und stellen die Vielfalt an Pflanzensorten wieder her. Sie züchten Pflanzen, mit einer ausgeprägten Resilienz, die sie für verschiedene Bodenverhältnisse und die sich verändernden Umwelteinflüssen wappnet. Resiliente Pflanzen passen sich an Klimaschwankungen an und sind weniger krankheitsanfällig. Perfekt für die ökologische Landwirtschaft!

Mit vereinten Gärten

Neue Sorten zu entwickeln ist ein aufwändiger Prozess. Das Mitmachprojekt „Mit vereinten Gärten“ greift das Potential von toleranten Salatsorten auf und bietet einen Ansatz, der offen und gemeinschaftlich ist. Hinter dem Projekt stehen Sativa und die Stiftung ProSpecieRara. Auf der Basis von traditionellen, alten Sorten mit Mehltautoleranzen wurden seit einigen Jahren neue Kreuzungslinien entwickelt und selektiert.

Damit der Salat mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Mehltaustämmen in Berührung kommt, ist es notwendig, dass die Salatlinien an einer Vielzahl von Standorten in Mitteleuropa angebaut werden. Nur mit diesem Versuchsanbau ist es möglich, das ökologische Verhalten der neuen Sorten zu verstehen. Erst dann sind eine Auswahl oder neue Kreuzungen sinnvoll und die Suche kann fortgesetzt werden.

Jedes Jahr können sich (Hobby-)Gärtner*innen zum Projekt anmelden. Anschließend erhalten alle Teilnehmenden Post mit Informationen und dem Versuchssaatgut. Von Juni bis September werden die Jungpflanzen vorgezogen, eingepflanzt und gepflegt. Alle Gärtner*innen sind dazu aufgerufen, ihre Beobachtungen zum Mehltaubefall zu notieren und an „Mit vereinten Gärten“ zurückzumelden.

Nach dem zweiten Versuchsanbau 2020 konnten sieben mehltautolerante Linien identifiziert werden. Vier dieser Linien wurden im Jahr darauf erneut getestet. 2022 gehen die zwei daraus hervorgegangenen Favoriten erstmals in die Saatgutvermehrung und den großflächigen Praxistest bei Profianbauer*innen. „Wenn alles gut läuft, können wir 2023/24 die ersten zwei neuen mehltautoleranten Sorten anmelden.“, freut sich Züchterin Charlotte Aichholz, die für den wissenschaftlichen Teil des CitizenScience-Projektes verantwortlich ist.

Mit bunten Blüten für mehr Biodiversität

Eingeschleppte, gebietsfremde Pflanzenarten bedrohen weltweit viele Ökosysteme. Die Folge: Eine uniforme und arme Landschaft, die wenig Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Insekten bietet. Einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität in der Region leistet hier die Verwendung von gebietseigenem Saatgut aus Wildplanzensamen zur Begrünung von Flächen in der freien Natur. Dabei handelt es sich um heimische Pflanzenarten, wie sie sich in der Natur über Generationen selbst entwickelt haben. Der Samen dieser Wildpflanzen wird mechanisch und schonend von geeigneten Spenderflächen gewonnen, um dann an anderer Stelle innerhalb des gleichen Naturraums wieder ausgesät zu werden.

Regionales Saatgut